Mein Fluchtfahrzeug

  • Hallo


    Ich möchte mein Flucht und Ferienfahrzeug vorstellen. Das Wohnmobil hat einen 130 PS Diesemotor, ist nicht tauglich fürs Gelände, dafür läuft er gut 150 KmH , was ich nur sehr selten ausfahre.
    120 Liter Wassertank, 120 Liter Abwassertank, 90 Liter Diesetank. Zugelassen für 4 Personen, es habe aber 6 Platz, ABS und ASR vorhanden
    Solaranlage , Parabolantenne, TV, 8 Zoll Luftfederung, Motorradbühne, 3 Batterien , Stromgenerator, Tankanschluss für Propangas, Markise, Dusche, Toilette, Boiler, Kühlschrank, 2 Doppelbetten, die ganze Beleuchtung wurde mit Leds ersetzt.
    Lebensmittel für mehrere Wochen sind gebunkert ansonsten ist er eingerichtet wie eine Wohnung, alles Notwendige ist vorhanden.
    Verstecke fürs Vermögen oder Selbstverteidigungsgerätschaften hat er auch.



    Ich habe neuerdings ein Fluchtdomizil in Portugal, dafür ist das Wohnmobil ideal.


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    Gruss Carlos

  • Wie weit komst Du mit den 90l Diesel in etwa und wie lange kann man damit autark sein? Gibt es z.B. Möglichkeiten zur Wasseraufbereitung, wenn man nicht an sauberes Trinkwasser heran kann. Wie lange reichen Treibstoff für Heizen/Kochen und wieviel Strom steht zur Verfügung? 4 Personen dürfen in den Vehikel auch fahrend bewegt werden? Wieviele seid ihr?


    Bei all den Fragen: Ist natürlich eine coole Sache, so ein mobiler Fluchtort.

  • Viele Fragen :lachen:


    Reichweite, je nach Fahrstil liegt der Verbrauch zwischen 8 L mit 80 Kmh und 15 L mit über 120 Kmh, mein Durchschnittswert liegt bei 12 L, ich tanke ca alle 700 Km.
    Batterien 3 x 85 Ah , das längste was ich Autark war, sind 4 Wochen aber dank Photovoltaikanlage könnte man Frühling bis Herbst autark sein.
    Fürs Wasser benutze ich Micropur, für den Notfall habe ich einen Katadyn Wasserfilter. Faltkanister und Wasserschlauch sind vorhanden.
    Für den Kühlschrank und das Kochen reicht das Gas über Monate, wenn es aber tiefe Minusgrade hat und man heizen muss reicht es ein paar Tage, deshalb überlege ich eine Dieselheizung einzubauen.
    Für 4 Pers ist es zugelassen, wir sind zu zweit.


    Gruss Carlos

  • Ich könnte auf der Motorradbühne zehn Kanister befestigen. Flüchten würde ich wenn es in einem AKW ein Unglück gebe sollte, dann sollte man in anderen Ländern noch tanken können.
    Ansonsten bin ich da wo ich jetzt wohne gut aufgehoben.


    LG Carlos

  • Das mit der Dieselheizung ist ne coole Idee. Wenn ich dann mein Womo hab würd ich was Ähnliches machen. Am liebsten hätt ich aber einen Holzofen. Gibts ja schliesslich auch für Boote - Warum sollte es dann nicht auch für Wohnmobile gehen? Denkbar sind auch 2 oder gar 3 Lösungen gleichzeitig. Wenn ein System versagt (z.b. Diesel leer) hat man immer noch den Holzofen. z.b. sowas http://www.marinestove.com/index.htm

  • Hallo,


    meine 2 Cents dazu:


    - Aus eigener Erfahrung: nur ein einziger Wassertank ist ein Risiko. Er kann undicht sein oder auslaufen (mein Reise-/Fluchtfahrzeug lag mal für 3h auf der Seite, bevor die Fahrt weiterging...). Und wenn man mal schlechtes Wasser getankt hat, ist der Tank evtl. für Trinkwasser anschliessend unbrauchbar. Deshalb würde ich wenigstens 2-3 20l-Kanister für Wasser zusätzlich einplanen (keine Billig-Faltkanister, die taugen nichts unterwegs). So kann man z.B. Wasser aus einem Bachlauf in die Kanister füllen, dort gezielt desinfizieren, notfalls auch literweise in einem Kochtopf abkochen und dann erst in den Tank füllen. Eine Durchfallerkrankung auf der Flucht ist ein Todesurteil, deshalb sollte man die Trinkwasserhygiene nicht auf die leichte Schulter nehmen. Man kann natürlich auch das Konzept umkehren und den Wassertank grundsätzlich als "Rohwassertank" deklarieren und daraus aufbereitetes Trinkwasser separat in Kanistern, Flaschen etc. bunkern. Dann kann man das Rohwasser auch massiv chloren, wenn man es anschliessend mit einem Aktivkohlefilter wieder trinkbar macht.


    - Den vergleichsweise kleinen Dieseltank hat Cephalotus schon angesprochen. Bei der Reichweitenberechnung würde ich eher vom Maximalverbrauch ausgehen, also 15l/100km macht bei 90l etwa 600km. Da man den Tank aber nie bis zum letzten Tropfen ausfahren sollte, würde ich mal 80l nutzbaren Tankinhalt ansetzen und entsprechend mit 533km worst case Reichweite kalkulieren. Es ist nicht anzunehmen, dass man in einem Fluchtfall entspannt dahingleitet. Man fährt vermutlich nervöser und ineffektiver, ausserdem will man wegkommen. Micht beruhigt es immer, wenn ich mindestens 1.000km Reichweite "an Bord" habe. In Deinem Fall würde ich also noch mal vier 20l-Kanister mit weiteren 80l Diesel einkalkulieren.


    Die Wasser- und Dieselkanister müssen ja nicht immer gefüllt bereitstehen (wobei das kein Fehler ist). Ich würde aber die Kanister in der Planung vorsehen. Sprit in Kanistern ist unterwegs manchmal auch ein begehrtes Tauschgut. In Afrika z.B. gibt es viele Fluss-Fähren, die einen über den Fluss bringen würden, aber gerade keinen Diesel haben. Für einen Kanister gespendeten Diesel ist schon mancher Weltenbummler ans andere Ufer gekommen. Oder, auch schon z.B. in Osteuropa mehrfach berichtet worden: ein Reisefahrzeug hat sich irgendwo hoffnungslos festgefahren. In der Nähe gibt es ein Dorf, dort hat sogar jemand einen Traktor - aber keinen Sprit dazu.


    Grüsse


    Tom

  • Hallo Carlos !


    Gutes Konzept,tolles Fahrzeug !


    Habe einen ähnlichen Plan bzw. setze auch auf ein gutes Fluchtfahrzeug falls ein verbleiben zu Hause nicht mehr möglich ist...


    Aber so als Verbesserungsvorschlag möchte ich dir noch folgende Dinge sagen :


    Nimm Deinen Kraftstoffvorrat für die gesamte geplante Fluchtstrecke mit,ich habe einmal am eigenen Leib erleben dürfen wie das abläuft wenn eine Massenwanderung stattfindet ( 1999 während des Hurricane Floyd in Florida ..)


    Es waren recht schnell alle Hauptstrassen mit Fahrzeugen verstopft und die Tankstellen in der Umgebung innerhalb von Stunden leergekauft..überall Schilder draussen : "No Food-No Gas"
    Evtl solltest du deinen 180 Ltr Abwassertank durch einen Dieseltank entsprechender Grösse ersetzen ;)
    Der Transport von Kanistern aussen am Fahrzeug ist in den meisten europäischen Ländern leider verboten !
    Oder eine Lösung für das Bunkern der Kanister im Fahrzeuginneren schaffen ;)


    Mit dem verstecken des "Vermögens" innerhalb oder am Fahrzeug hätte ich ein wenig Bauchschmerzen,falls man das Fahrzeug unerwartet aufgeben muss - eine simple geplatzte Dieselleitung die sich über den heissen Abgaskrümmer oder Turbolader ergiesst reicht da schon-
    Falls du da nicht Barren oder Münzen hast...


    grüsse aus dem Norden

  • Zumindest in den USA sieht man auf Fernsehbilder oftmals km-lange Staus. Wenn Du da mit Stop+Go fahren musst steigt der Dieselverbrauch gegen unendlich an, ebenso wenn man wegen der Hitze im Stau die Klimaanlage laufen hat (bei uns vermutlich weniger ein Problem?)


    Ich denke, darauf sollte man zur Not auch eingestellt sein, dass man auf der Flucht für mehrere Tage irgendwo auf der Autobahn hängen bleibt. Prinzipiell ist da so ein Wohnmobil natürlich jedem PKW weit überlegen.


    Kann man bei diesem Fahrzeug eigentlich von der Fahrerkabine in den Wohnraum wechseln, ohne das Fahrzeug verlassen zu müssen?


    Hätte ich so ein Fluchtfahrzeug, dann wäre meine Phantasie auch, dass ich da irgendeine Art (provisorischen) ABC Schutz in der Lüftungsanlage einbauen würde. Ob sowas realisierbar ist weiß ich aber selber nicht. Für mich wäre das aber einer der klassischen Einsatzzwecke für ein Fluchtfahrzeug

  • Ich muss mal sehen, ich glaube für den Ducato gibt es einen 135 Liter Dieseltank, auf die Bühne kann ich einige 20L Kanister stellen.


    Mit dem Wasser bin ich heikel, ich bekam mal wegen Bakterien einen fürchterlichen Durchfall in Brasilien, ich nahm in 4 Wochen über zehn Kilos ab, deshalb tu ich immer Micropur in den Tank, das Wasser aus dem Tank wird immer gekocht vor gebrauch, Faltkanister habe ich eine ganze Kiste im Keller, auf Reisen nahm ich immer 1-2 mit, in einer Krise könnte ich mehr mitnehmen.


    Meine Reisekasse trage ich meisst auf Mann, wir haben Safegürtel da passen eine Menge Goldmünzen und Geld rein, ich benutze sie seit über 20 Jahren auch für Brasilien. Trotzdem ist eine Notreserve im Wohnmobilversteck.


    LG Carlos

  • Hallo Carlos.


    Angesichts Deiner Aussage

    Zitat

    Flüchten würde ich wenn es in einem AKW ein Unglück gebe sollte

    würde mich interessieren, auf welche Art und in welchem Maße Du Dein Fluchtfahrzeug luftdicht machen kannst / willst. So ein Camper hat von Natur aus viele Öffnungen.


    Gruß,


    WB.

  • Den kann man nicht Luftdicht machen, aber man könnte sofort abfahren wenn sich ein Unglück ereignet, die Schweizer AKWs stehen nicht neben meinem Haus :-)


    LG Carlos

  • Hi Carlos.


    Zitat

    die Schweizer AKWs stehen nicht neben meinem Haus :-)

    Das ist (leider) in dem Falle auch gar nicht nötig. Tschernobyl stand auch nicht 10 km neben München.


    Hauptwindrichtung in Europa ist West-Nordwest. Bugey, Dampierre, Nogent, St. Laurent, Belleville, Cruas, St. Alban, Tricastin, Golfech, Blayais, Civaux und Chinon liegen direkt westlich, Flamanville, Paluel Penly, Cattenom und Fessenheim nordwestlich von Dir.


    Daher meine Frage. Aber die Antwort hast Du ja bereits geliefert.


    Gruß,


    WB.

  • *lach* das mit dem Gürtel mache ich auch,so ist man nie "blank" wenn`s drauf ankommt !


    Ich meinte aber auch das du evtl auf den Abwassertank verzichten sollst,das Firschwasser ist zuuu wichtig !
    Einen Schlauch um dein Abwasser still und leise in durch den nächsten Sieldeckel pullern zu lassen sollte man dabei haben,das Ganze denn diskret gemacht wird sich niemand wirklich daran stören...


    Der schöne Diesel aussen am Auto,würde ich echt lassen...das zieht evtl auch noch Leutz an die es mit "meins" und "deins" nicht so genau nehmen und während du schläfst...kriegen die Kanister dann Beine :(

  • Hallo Cephalotus und Alle,


    ein Fahrzeug "lufteintrittsdicht" zu bekommen probierten wir mal aus.
    Es geht nur mit Unmengen an Dichtstoffen und einer komplett
    umgebauten oder auch ausgebauten Lüftungsanlage.
    Wenn man durch kontaminiertes Gebiet fährt lässt sich bei
    herkömmlichen Kfz eine Kontaminierung des Innenraumes
    durch solche Massnahmen lediglich verringern.
    Bei der Aktion arbeitet man mit VIEEEL Pressluft um leisesten
    Lufteintritt zu spüren.
    Das Fahrzeug muß praktisch komplett abgarniert werden.
    Unseren Versuch machten wir mit einem Renault 12 vor
    35 Jahren. Ein simples Auto welches ungeheuer viel Arbeit
    für das Projekt brachte.
    Masken und Ponchos sind trotzdem angesagt.
    Oder noch besser im Haus einen Raum dementsprechend
    ausrüsten.


    Viele Grüße.

    [SIZE=1]Prepper sind keine Aussenseiter, wir werden sehen wer draussen steht.[/SIZE]

  • Hallo,


    Zitat von Cephalotus;122049

    Hätte ich so ein Fluchtfahrzeug, dann wäre meine Phantasie auch, dass ich da irgendeine Art (provisorischen) ABC Schutz in der Lüftungsanlage einbauen würde. Ob sowas realisierbar ist weiß ich aber selber nicht. Für mich wäre das aber einer der klassischen Einsatzzwecke für ein Fluchtfahrzeug


    ist im Prinzip machbar, mittels Überdruckbelüftung. Setzt ein leistungsfähiges Gebläse voraus, dem man einen ABC-Filter vorschalten kann. Mein ex-BW-Unimog hat so ein Lüftungsgebläse (ist Standard bei den grossen Unimogbaureihen), allerdings ohne ABC-Filter davor. Das Gebläse ist schon auf Stufe 1 von 3 so stark, dass der Druckanstieg in den Ohren schmerzt, wenn man es einschaltet, ohne ein Fenster einen Spalt weit offen zu haben. D.h. man muss wie beim Tauchen erst mal einen Druckausgleich zwischen Ohr und Nase herstellen. Denke mal, dass es stark genug ist, auch mit einem Filter davor genügend Überdruck aufzubauen.


    Könnte mir vorstellen, dass man das auch bei einem PKW hinbekommen könnte. Autos haben i.d.R. eine oder zwei relativ grosse Entlüftungsöffnungen im Bereich des/der hinteren Kotflügel und dem Fahrzeugheck, beim VW Golf z.B. unter dem linken Rücklicht im Boden des Staufachs vom Warndreieck. Diese Zwangsentlüftung braucht man, damit man z.B. eine schwungvoll zugeworfene Heckklappe überhaupt zubekommt, die würde sonst bei rascher Betätigung auf dem Luftpolster des Innenraums zurückfedern (was für Personen im Innenraum durch die Druckstösse sehr unangenehm ist - s.o.). Für eine wirksame Überdruckbelüftung durch das Frischluftgebläse müsste man also diese Entlüftungsöffnungen im Fahrzeugheck z.B. mit Gaffatape innen abdecken, der Rest des Fahrzeugs sollte halbwegs dicht sein. Als nächstes müsste die Luftansaugung des Frischluftgebläses mit einem wirksamen Filter versehen. Die meisten Automodelle haben heute ja eh schon die Montagemöglichkeit für einen Pollenfilter (der vermutlich auch schon einiges an radioaktiven Partikeln abfangen würde) - statt des Pollenfilters könnte man hier evtl. auch einen Adapter mit z.B. einer Anzahl ABC-Maskenfiltern dranbasteln (mit Klebeband usw. - Apollo 13 lässt grüssen).


    Bei einem Wohnmobil müsste das sinngemäss auch funktionieren, evtl. muss man halt ein paar Öffnungen mehr abtapen (Heizung, Klimaanlage etc.). Bis ein Überdruck im Innenraum aufgebaut ist, dürfte es bei einem integrierten WoMo natürlich ein paar Sekunden länger dauern, weil das Innenraumvolumen grösser als bei einem Auto ist. Aber das geht trotzdem schnell. Zum Vergleich nochmal unser Unimog: sobald man den Lüftungsschalter von 0 auf Stellung 1 gedreht hat, machen die Ohren "plopp".


    Grüsse


    Tom

  • Cool! So nen Space-Gear wäre ja auch noch was für mich, die sind aber hier in D einfach mal gar nicht existent....

    Mit Allrad schon mal gar nicht....

    Eine Handvoll fahren wohl in den Alpen rum, und Auf der Insel vor dem Rest von Europa gabs immer mal welche mit 2,8L Diesel, allerdings war da das Lenkrad schon mal auf der falschen Seite....


    Viele Grüße

    EZS

  • Cool! So nen Space-Gear wäre ja auch noch was für mich, die sind aber hier in D einfach mal gar nicht existent....

    Mit Allrad schon mal gar nicht....

    Sind solche Kuhfänger in Deutschland mittlerweile auch gar nicht mehr zugelassen? Eine Freundin hatte mal einen Opel Frontera mit solche Kuhfängern. Das aber auch nur deswegen, weil die vor Änderung der Zulassungsverordnung schon dran waren und damit Bestandsschutz hatten. :rolleyes:


    Nachvollziehen kann ich jedenfalls, warum solche Anbauteile in Deutschland nicht (mehr) zugelassen sind. 99,99999% der Leute hätten sie nur aus rein optischen Gründen aber nicht dafür, wofür sie ursprünglich mal gedacht waren.:rolleyes: