... man im Physikunterricht nicht aufgepasst hat?

  • Moin,


    ich geh zwar jeden Tag in die Schule, aber meine eigene Schulzeit ist doch schon ein paar Tage her. Damals war ich an Strom und den ganzen Informationen darüber nicht so richtig interessiert und habe dementsprechend "gut" aufgepasst.


    Mit der Folge, dass ich heute zwar weiss, dass Watt, Volt und Ampere da irgendetwas mit zu tun haben und dass ein Nullleiter eine feine Sache ist. Und dass es in jedem Sicherungskasten und anderen Stromkreisläufen einen FI-Schalter haben sollte, hab ich auch schon gehört.


    Meine Frage ist, wie ich in übersichtlicher/gebündelter Form an mein fehlendes Wissen herankomme? Natürlich kann ich Wikipedia und Dr Google bemühen, das ist aber sehr umständlich und wenn ich nicht weiss, wonach ich fragen muss, sind die Ergebnisse auch nicht so toll.

    Wunderbar fände ich so etwas wie Duolingo für Sprachen, nur eben für Elektrik. Ein Ort, an dem das relevanteste Wissen gebündelt ist und mir in irgendeiner strukturierten Form präsentiert wird.


    Gibt es da Vorschläge? :)

  • Meine Frage ist, wie ich in übersichtlicher/gebündelter Form an mein fehlendes Wissen herankomme? N


    Was ist Dein Ziel? Hobyelektriker oder nur Neugier?

    Spontan würde mir das die Lehrbücher für Berufsausbildung einfallen.

  • Mit der Folge, dass ich heute zwar weiss, dass Watt, Volt und Ampere da irgendetwas mit zu tun haben und dass ein Nullleiter eine feine Sache ist. Und dass es in jedem Sicherungskasten und anderen Stromkreisläufen einen FI-Schalter haben sollte, hab ich auch schon gehört.

    Gib mal auf youtube "ProofWood" ein. Das ist der Kanal von Helmut Klarl. Da werden Sie geholfen. Ist zwar mit viel Amazon-Affilate-Werbung, aber sonst recht informativ und auch witzig.

  • Was ist Dein Ziel? Hobyelektriker oder nur Neugier?

    Das wäre auch meine erste Frage gewesen.

    Ist dein Ziel, dem Technik-Geblubber des Elektrikers deines Vertrauens besser folgen zu können? Wenn er gut ist, wird er dir deine Fragen mit Freude genau und vor allem (hoffentlich) richtig beantworten können.

    Oder möchtest du selber zu Hause eine Lampe anbauen können und dabei nicht gerade die Leitungen zum Glühen bringen?


    Elektroinstallationen sind heute auf niedrigem Level kein Hexenwerk. Alles Wichtige bekommst du dafür in den Baumärkten. Aber sowie es über mehr als eine Deckenlampe an die Decke anschrauben hinaus geht, ist es der Gesundheit sehr förderlich, sich an jemanden zu wenden, der sich damit auskennt. (und denen erstmal über die Schulter zu schauen)

    Auch wenn vor über 15 Jahren mein Onkel nicht davor zurückschreckte, einen Herd selbst anzuschließen... Elektriker? Pffft... Kann ich selber. Gut, ist nie was passiert, keiner verletzt und das Haus steht auch noch. Aber spätestens da hört für mich als Laie der Spaß auf. 🤷‍♂️

    Sicherheit sollte gerade bei Strom immer die oberste Priorität haben. Wenn eine Wasserleitung undicht ist, dann merkt man das früher oder später daran, dass man "nasse Füße" bekommt. Uncool, tötet aber normalerweise nicht. Abtrocknen und fertig. Fehlströme sieht man aber nicht und wenn ein Gerät unter Strom steht (zum Beispiel eine Lampe), dann merkt man es erst, wenn man eine "gewischt" bekommt. Im günstigsten Fall kribbelt es nur. Im schlimmsten Fall hängt man an dem Gerät fest. 🤷‍♂️

  • Dorn-Bader

    vom Westermann-Verlag


    Du kannst die Kirchhoffschen Regeln, die drei Ohmschen Gesetze (Witzle...), und so weiter nicht an einem Nachmittag kapieren, indem Du Dir was schönes anhörst. Da musst Du schon Zeit investieren.


    So ähnlich wie Staplerfahrer Claus gibts ein Video über "Elektriker Horst". Das solltest Du Dir als kompletter Neuling auf jeden Fall reinziehen.

    Die 20 Minuten könnten Dein Leben retten.



    Nick

    Quidquid agis prudenter agas et respice finem

  • Meine Frage ist, wie ich in übersichtlicher/gebündelter Form an mein fehlendes Wissen herankomme?


    Gibt es da Vorschläge? :)

    Es ist ein sehr weites Feld und dementsprechend ist das nötige Fachwissen auch nicht mal eben schnell nachgeholt. Für deine eigene Sicherheit ist es schon mal wichtig zu sagen was du genau vor hast.


    Allgemeine Grundlagen

    Hausinstalation

    Auto/Wohnmobil/Boot

    Elektronik

    Funk

    ....

    2021 ist in Deutschland das Jahr des Fischotters - das wird mein Jahr.;)

  • Was ist Dein Ziel? Hobyelektriker oder nur Neugier?

    So irgendwo dazwischen. Zu den Beispielen von UrbanTrapper: Den Herd muss ich nicht selber anschliessen (Starkstrom ist dann doch eine Stufe zu hoch für mich), Lampen wären ganz cool.


    Hauptsächlich geht es mir um ein gewisses Grundwissen:

    - Damit ich potenzielle Probleme identifizieren kann, bevor sie gefährlich werden.

    - Wir träumen von einem Camper und wenn ich mir dann auf yt Videos dazu anschaue, werden so nette Sachen erwähnt wie Kühlschränke, die automatisch erkennen, wie viel Volt (?) sie verbrauchen dürfen und ich will die Hintergründe verstehen.

    - Ich will wissen, wie viele Geräte ich an eine Steckdose anschliessen kann und zwar ohne trial and error bis die Sicherung rausfliegt. Ich weiss, dass das theoretisch nicht schwer ist, aber traue es mir nicht zu. Stichwort Hintergründe verstehen...

    - Kleine Arbeiten wären ganz nett - die Lampen wurden schon erwähnt.

    - Wenn ich ein bisschen mehr Ahnung habe, könnten wir über Mini-SolarStrom-Lösung nachdenken. PVC-Anlage auf dem Dach ist keine Option, aber Handys mit Solarstrom laden wäre nett und beim Camper ist Solarstrom wohl auch ganz praktisch.


    Ist also eine ziemlich bunte Mischung. Hauptsächlich tatsächlich erstmal die absoluten Grundlagen, weil mir ja selbst die fehlen. Alles weitere kann dann Schritt für Schritt kommen.


    Gib mal auf youtube "ProofWood" ein. Das ist der Kanal von Helmut Klarl. Da werden Sie geholfen. Ist zwar mit viel Amazon-Affilate-Werbung, aber sonst recht informativ und auch witzig.

    Vielen Dank, ich schau mal rein!

  • Hauptsächlich tatsächlich erstmal die absoluten Grundlagen, weil mir ja selbst die fehlen. Alles weitere kann dann Schritt für Schritt kommen.

    Ich weiß nicht wie dein aktueller Wissensstand genau ist und wie deine Interessen liegen, deshalb überlege mal ob ein Elektobaukasten eine Option für dich ist. Die sind zwar für Kinder gedacht um die Grundlagen zuvermitteln, funktionieren bei Erwachsenen aber auch. Außerdem ist selber versuchen und begreifen besser als nur lesen und versuchen zu verstehen worum es geht.

    2021 ist in Deutschland das Jahr des Fischotters - das wird mein Jahr.;)

  • Ich war in Physik auch eine Pfeiffe. Aber mein Bruder ist ein Käpsele in der Richtung, bei dem hab ich mir ganz viel abgeschaut. Wenn es um rudimentäre Grundkenntnisse geht würde ich raten, das bei jemandem live abzuschauen. Das kann man dann ja gezielt für die Themengebiete machen, die einen interessieren.

    - Wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage -

    Bertold Brecht

  • Wenn ich ein bisschen mehr Ahnung habe, könnten wir über Mini-SolarStrom-Lösung nachdenken.

    Das ist nicht wirklich schwer. Hier gibt es einige die sich eine MISA (Mini Insel Solar Anlage) gebastelt haben. Temeon ist da absoluter Spezialist drin und selbst ich habe es als völlig Stromdoofer hinbekommen.

    Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom..........;-)

  • Genau wie Misegrau bin auch ich einer der von Elektik so gut wie nichts wusste und selbst heute fehlt da noch einiges an Wissen. Aber ich habe es trotzdem geschafft eine Mini Misa zu bauen und heute baue ich für eben diese Misas auch Batterien zusammen. Und ja, ich weiß was da auf mich zukommen kann, weil mit Strom ist nicht zu spassen. Selbst bei der MISA können Ströme autreten die absolut tödlich sein können. Mit dem Wissen kann man aber arbeiten, wenn man die Vorsichtsmaßnahmen beherzigt.

    Ich will damit sagen das man es schaffen kann wenn man sich dafür interessiert. Das geht aber nicht ohne ein gewisses Grundwissen. Wenn ich nicht weiß wie man Watt, Volt und Ampere berechnen kann. dann sollte man damit zuerst anfangen.

    Zudem gibt es viele Bereiche in der E-Technik, da sollte man sich ein Thema raussuchen für das man sich interessiert und das, mit den Grundlagen weiter ausbauen. So habe ich es zumindest gemacht.

  • Ein praktisches Buch für die Hauselektrik ist "Elektro-Installationen im Haus" von Bo Hanus aus dem Franzis Verlag. Abgedeckt werden die Themen:

    • Leuchten abnehmen und anschließen
    • Steckdosen und Lichtschalter erneuern
    • Erweiterung elektrischer Leitungen
    • Neue Elektroinstallationen in Haus und Garten


    Beim Verlag gibt es eine 34seitige(!) Leseprobe.


    Fürs Grundlagenwissen würde ich es statt mit YT-Tutorials mit einem Schulbuch versuchen, z.B. Elektrotechnik für berufsbildende Schulen


    Grüsse

    Tom

  • Hallo zusammen,

    So irgendwo dazwischen. Zu den Beispielen von UrbanTrapper: Den Herd muss ich nicht selber anschliessen (Starkstrom ist dann doch eine Stufe zu hoch für mich), Lampen wären ganz cool.

    ...

    mal eine blöde Frage, gibt es (hier) tatsächlich Leute die ihre Deckenlampe vom Elektriker anschließen lassen (beim Herd kann ichs noch verstehen, wobei das auch keine Hexerei ist)?
    Auf so eine Idee wäre ich nie gekommen.

  • gibt es (hier) tatsächlich Leute die ihre Deckenlampe vom Elektriker anschließen lassen (beim Herd kann ichs noch verstehen, wobei das auch keine Hexerei ist)?

    Auf so eine Idee wäre ich nie gekommen.

    Oft sind sämtliche Elektro- und Installateurarbeiten in Verträgen (Miete, Versicherung) zwingend durch Professionisten durchzuführen, sonst kanns zu Problemen kommen.

  • Oft sind sämtliche Elektro- und Installateurarbeiten in Verträgen (Miete, Versicherung) zwingend durch Professionisten durchzuführen, sonst kanns zu Problemen kommen.

    Das hab ich ja noch nie gehört (braucht man dann zum Glühbirne wechseln auch einen Elektriker, wenn man dazu die Lampe aufschrauben muss :)).
    Ich selbst habe zwar bisher immer privat (also vor eigenem Haus in Wohnungen ohne Mietvertrag da aus der engen Verwandtschaft) gewohnt, aber früher bei vielen Umzügen mitgeholfen, da haben wir immer (zumindest einen Teil) der Lampen gleich mit abmontiert und wieder aufgehangen.
    Da wär nie jemand auf die Idee gekommen deshalb einen Elektriker zu holen.

  • Für D gilt: rein formal darf zwar die Deckenlampe von einem elektrotechnischen Laien angschlossen werden, aber vor dem ersten Einschalten muss eine Elektrofachkraft die Installation überprüfen und freigeben. Wenn man es ganz streng auslegt, dann muss bei sämtlichen Installationen (bzw. Veränderungen daran), die mit dem öffentlichen Versorgungsnetz verbunden sind, ein konzessionierter Elektroinstallateur diese Arbeiten bzw. Abnahmen durchführen.


    Alles, was per Stecker, Fassung oder Schalter vom Netz getrennt werden kann, darf auch von einem Laien bedient werden. Muss ich eine Schutzabdeckung

    entfernen, um z.B. an Schraub- oder Steckklemmen ranzukommen, darf nur noch eine Elektrofachkraft daran arbeiten.


    Das Auswechseln von Zimmerlampen fällt also schon in diesen Bereich. Es gibt da viele Grauzonen, wenn man als Laie z.B. in einem PC das Netzteil wechselt, dann ist das ok, solang das Netzteil eine geschlossene Baugruppe mit eingebautem Netzschalter und Netzstecker darstellt. Aber schon wenn der Netzschalter per Kabel aus dem Netzteil heraus verlegt ist, ist man als Laie auf dünnem Eis. Spätestens, wenn man so ein Netzeil öffnet, um z.B. den Lüfter gegen einen leiseren auszutauschen, muss man Elektrofachkraft sein. Rechtlich wird man in diesem Fall auch noch zum Hersteller des Netzteils (weil man es verändert). Das gilt übrigens auch für das Umrüsten von Leuchtstofflampen auf LED-Röhren: wenn man dabei auch den Starter durch einen Dummy ersetzen muss (oder die interne Drossel abklemmen muss), ist man Hersteller dieser Leuchte, mit allen Rechtsfolgen.


    Dass Strom nicht harmlos ist, zeigt der schlimme Unfall in einer Bremer Arztpraxis gestern:


    Arzt berührt Türgriffe – und stirbt durch Stromschlag

    Unter Strom stehende Türen einer Praxis haben in Bremen zu einem dramatischen Einsatz geführt. Ein 53-Jähriger kam ums Leben, ein Feuerwehrmann wurde lebensgefährlich verletzt – mehrere Kinder konnten gerettet werden.


    Grüsse

    Tom

  • Da wär nie jemand auf die Idee gekommen deshalb einen Elektriker zu holen.

    Natürlich werden das wenige so handhaben, aber vorgeschrieben ist es oft.


    Es ist auch in Österreich Usus in Versicherungsverträgen die Vorgabe zu finden, dass bei mehr als 72h Abwesenheit der Hauptwasserhahn geschlossen werden muss. Wissen auch viele nicht und führt oft zu unschönen Situationen bei einem Wasserrohrbruch während des Urlaubs, wenn die Versicherung dann eine Deckung ablehnt.

  • Ein Übungsszenarium mit überschaubarer Spannung, sowas wie ein Kosmoskasten, halte ich für geeignet zum Rechnen, Messen, Verstehen, Nachvollziehen.


    Meine Schwester hat es geschafft, bei dem Versuch einer Installation einer Niederspannungslichtanlage mit Trafo diese so anzuschließen, dass es "einen blauen Blitz gab und alles war dunkel". Sie hat das nicht wieder in Gang bekommen und rief über Handy meinen Vater an, der als Maschinenbauer ein gewisses technisches Verständnis in solchen Dingen hat, aber häusliche Reparaturen gerne deligiert. Er sagte nur: "Fass nichts an, was wie ein Kupferkabel aussieht" und stieg ins Auto, um Schadensbegrenzung vor Ort auszuüben.


    In deinem Übungsszenarium hast du ungefährliche niedrige Spannung und Ströme. Außerdem hast du eine externe Beleuchtung, die immer noch funktioniert, auch wenn dein Aufbau nicht korrekt war. Du kannst also unter Nicht-Chaosbedingungen den Fehler eingrenzen. Und du lernst, das Vielfachmessgerät zu lieben und zu verstehen, was du mit diesen Werten anfangen kannst.

  • Den Herd muss ich nicht selber anschliessen (Starkstrom ist dann doch eine Stufe zu hoch für mich), Lampen wären ganz cool.

    Sorry, aber genau bei solch einer Aussage sträuben sich mir schon die Nackenhaare und sieht man halt schon die "Unwissenheit" eines Laien:!:


    Denn NEIN, ein "240 Volt-Netz ist gegenüber einem 400 Volt-Netz" eben NICHT weniger gefährlich, sondern lediglich liegt eine höhere Spannung an und

    Tödlich können hier Durchströmungen zwischen L1/L2/L3 zu N/PE (240V) ebenso sein wie zwischen L1 zu L2 oder L3 mit 400V :!:


    Und JA, natürlich sind viele Arbeiten in der Elektroinstallation kein Hexenwerk wie auch den Herd anschließen als eigentlich einfacher/weniger gefährlich als eine Steckdose oder Deckenlampe eben nicht ordnungsgemäß zu verdrahten und JA die meisten im Haus anfallenden Elektroarbeiten können auch von einem Nichtelektriker ordentlich und vor allem Sicher ausgeführt werden... wenn er/sie den wirklich genau weiß was er da eben tut :!:


    ABER dennoch rate ich als jemand der diesen Beruf gelernt hat und hier auch leider schon einige wirklich Lebensgefährliche "Pseudoinstallationen" von selbsternannten "begabten" Laien zu genüge gesehen/korrigiert hat wirklich UNBEDINGT sich das, wenn schon selbst auszuführen angedacht, sich besser mal von einer ausgebildeten Fachperson mit mindestens Gesellenbrief zeigen/kontrollieren zu lassen, als auf seinen Schutzengel zu vertrauen :!:


    Eine Elektrikerweisheit lautet nicht von ungefähr selbst für ausgebildetes Fachpersonal:


    "Der Elektriker steht mit einem Bein immer im Gefängnis und mit dem anderen im Grab!"

    Normatilät tsi legidilch enie statsiticshe Häunufg mögilhcer Wahcsrheinlicheikten!

    Meine wichtigsten Ressourcen sind Zuversicht, mein Wissen, Ideen, handwerkliches Geschick und die verknüpfte Improvisation davon!
    Gruß derSchü