Der Nächste bitte: nach Greensill nun Archegos Capital pleite

  • tomduly

    Hat den Titel des Themas von „Der nächste Bitte: nach Greensill nun Archegos Capital pleite“ zu „Der Nächste bitte: nach Greensill nun Archegos Capital pleite“ geändert.
  • Nach Greensill scheint nun der Hedgefonds Archegos Capital pleite zu sein und belastet europäische Banken massiv.

    Gibt es eigentlich im Vorfeld - z.B. vor einer Kontoeröffnung die Möglichkeit zu checken welche Banken dieses Hochrisiko-Geschäft hinter ihren Kulissen betreiben ?

    Vermutlich wird man ja im weiteren Verlauf dieser Finanzspekulatuonen die langfristig in die Hose gehen auch noch

    "bodenständigere Namen" hören ?


    Ist das nur ein "Problem" im überregionalen Sinne oder kann da jeder XY-Kassenleiter einer Filiale eigene Entscheidungen über das "mitzocken" treffen ?

  • Was genau meinst du mit "Hochrisiko-Geschäft"?


    Etliche Hedgefonds arbeiten mit Hebel - d.h. sie kaufen Wertpapiere zum mehrfachen Wert ihres Eigenkapitals. Das geht gut solange die Börse bzw. Tech - Aktien steigen. Aber schon bei einem 25% Rückgang der gehaltenen Werte kann alles Kapital aufgezehrt sein und es kommt der 'Margin Call' der Bank: Entweder mehr Sicherheiten hinterlegen oder es erfolgt die Zwangsliquidation der gehaltenen Papiere. Reicht das nicht bekommt die Bank auch ggf. Probleme.


    Im Augenblick rumpelt es schon ziemlich: GSX Techedu (ein chinesischer Anbieter von Bildungsangeboten) hat wegen Betrugsvorwürfen 50% verloren und einige Hedgefond - Tiger die mit dem Hebel 5 da an Bord waren mitgerissen.


    Und auch 'Ark Invest' die ca. 50 Mrd. Kundengelder verwalten gerät langsam aufs Glatteis.


    Insgesamt kommt der Markt auch langsam ins wackeln weil die langfristigen Zinsen zuletzt ordentlich zugelegt haben.


    Zudem stehen in US - Grosstädten sehr viele Bürogebäude leer, Malls sind verwaist - und so werden auch Milliarden an Krediten notleidend.


    Vermeiden lässt sich so ein Risiko für den Kleinen kaum sofern man mehr als 100.000€ auf einem Bankkonto liegen hat (drunter greift der Einlagensicherungsfonds). Geld / Wertpapiere auf mehrere Konten verteilen wär' halt das erste.

  • Wie Hedgefonds operieren, ist schon klar. Die Frage von Andreas scheint mir aber mehr auf Banken gemünzt zu sein, da Hedgefonds eher keine Konten für kleinere Privatkunden anbieten.

  • Dann les' doch noch einmal genau was ich geschrieben habe:


    "Reicht das nicht bekommt die Bank auch ggf. Probleme."


    Der GSX Rückgang hat allein ein Loch von 15 Mrd gerissen.


    "Zudem stehen in US - Grosstädten sehr viele Bürogebäude leer, Malls sind verwaist - und so werden auch Milliarden an Krediten notleidend."


    Faule Kredite reissen Banken um - da liegt der Zusammenhang.

  • Der GSX Rückgang hat allein ein Loch von 15 Mrd gerissen.

    So Tickets werden wohl eher syndiziert und sollten (einzeln betrachtet) keine Bank umreissen. Wenn jetzt aber alle paar Monate HFunds und Minibanken umgehen, macht sich das doch schon dynamisch bemerkbar und greift um sich.


    AndreasH ich gehe davon aus du meintest, ob hier Banken selbst investieren? Eher nicht (oder nur minimal), sie sponsorn oftmals Fremdkapital, wie oben beschrieben.

  • Das wird bestimmt (versucht) verhindert. Wenn dann noch ein/ige Bak/en umfallen könnte der Domino-Bankday da sein.


    Und nein, ich kein "Schwarzseher"! Ich denke nur immer an die "normative Kraft des Faktischen"! :bomb:

    Wetten Sie niemals gegen den menschlichen Erfindungsreichtum. Der größte Feind der Propheten der Apokalypse ist ein Ingenieur (Daniel Lacalle)

  • Das wird bestimmt (versucht) verhindert. Wenn dann noch ein/ige Bak/en umfallen könnte der Domino-Bankday da sein.


    Und nein, ich kein "Schwarzseher"! Ich denke nur immer an die "normative Kraft des Faktischen"! :bomb:

    2008 hat es ja auch nicht ganz geklappt, das mit den Rettungsversuchen... Und trotzdem wurde so manches tote Pferd auf der Intensiv beatmtet - bis heute.

    Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.

    Benjamin Franklin

  • 2008 hat es ja auch nicht ganz geklappt, das mit den Rettungsversuchen... Und trotzdem wurde so manches tote Pferd auf der Intensiv beatmtet - bis heute.

    Exzellenter Punkt.


    Seit Jahren steht ein zweistelliger Prozentsatz aller Betriebe vor der Pleite - und seit Corona kommen ehemals gesunde Unternehmen zu dazu.


    Ich gehe inzwischen davon aus dass weit über 20% aller Unternehmen hierzulande zu normalen (Zins) Zeiten zumachen müssten - nicht nur Gaststätten, Beherbergungsbetriebe, Hersteller und Vertreiber von Gastronomieausstattung, Reise- Luftfahrtindustrie, Sportartikelhersteller und Vertreiber und und und.


    Die zur Zeit (noch) boomende Bauwirtschaft, Baumaschinenindustrie etc. bügeln manche schlechten Zahlen aus - aber das wird nicht so bleiben.


    Man wird nicht alle schwächelnden Pferde auf Kosten der wenigen gesunden retten können - und das nicht mal annähernd.


    17% Zombie Unternehmen - schon VOR dem zweiten Lockdown:


    https://www.wiwo.de/politik/ko…le-glauben-/26210592.html