Diesel-Stromerzeuger für Winterbetrieb

  • Bisher hatte ich zur Notstromversorgung für Schlechtwetterperioden einen alten Diesel-Stromerzeuger der Bundeswehr, der direkt die 24-V-Batterien meiner Solaranlage laden konnte. Leider springt der nicht mehr an, und solche 24-V-Stromerzeuger bekommt man scheinbar auch nirgends neu.


    Ich kann über die im Wechselrichter integrierte Ladefunktion auch einen 230-V-Stromerzeuger verwenden, von der Leistung her würden Geräte wie Honda EU22i oder sogar EU10i locker reichen, aber die gibt es halt nur als Benziner. Wegen der besseren Kraftstoff-Lagermöglichkeit, und weil ich das Benzin sonst auch für nichts brauchen kann, wäre mir ein Dieselaggregat wesentlich lieber. Ich suche also einen möglichst kleinen, einphasigen Diesel-Stromerzeuger. Das Angebot ist von Haus aus nicht sehr groß, aber vor allem gibt es ein unerwartetes Problem: den Start bei niedrigen Temperaturen - irgendwie sind Vorglühanlagen wie im Auto in den Stromerzeugern weitgehend unbekannt.


    Der 24-V-Stromerzeuger von der Bundeswehr kann laut TDV trotzdem bis -15 °C ohne Hilfsmittel gestartet werden, probiert habe ich das ehrlich gesagt nie ...


    Die Diesel-Stromerzeuger von ROTEK haben nur einen erlaubten Temperaturbereich von -5 °C bis +30 °C. Der Start bei niedrigen Temperaturen gelingt wohl allenfalls mit Startpilot und sieht so aus. =O


    Bei den meisten anderen in Frage kommenden Geräten finde ich gar keine Informationen über den Betrieb bei Minusgraden.


    Bleibt irgendwie nur dieser China-Inverter, zu dem man zwar auch keine offiziellen Daten findet, aber laut Forenberichten startet er bis mindestens -10 °C problemlos und drunter gibt's wohl noch irgendeine Heizfunktion per Zusatzbattterie. Irgendwie fehlt mir aber das Vertrauen zu diesen Geräten.


    Gibt es da wirklich gar nicht brauchbares von renommierten Herstellern? Würde mich über jegliche Hinweise oder im Idealfall Erfahrungswerte freuen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Thomas ()

  • Hallo Thomas,


    es gibt noch die Stromerzeuger mit einem Hatz Diesel Motor von der Bundeswehr, die gibt es als reines 24 V Gerät und als 230 V Gerät. Sind wohl sehr gut, aber nicht ganz billig. Damit hast Du alledings was für viele Jahre. Zudem ist das ein richiger Trumm . Dürfte so um die 100 Kg wiegen.


    Hier z.B. . Gib mal Hatz Diesel Generetor bei E... ein, da findet sich einiges.


    https://www.ebay.de/itm/1-9KW-…065981:g:FGoAAOSwYbBe5Ndv


    Ich denke bei Deinem Generator solltest Du mal den Diesel Filter checken, weiterhin Winter Diesel vorhalten der gut fliess,t bis etwa -20 Grad C. Für Autos gab es auch Vorwärmanlagen für den Diesel, wäre vielleicht eine Alternative zum Neukauf. Die Einspritzdüse einmal ausbauen und zu einem Bosch Dienst bringen zum Checken des Spritzbildes. Die haben dafür eine kleine Handpumpe und geben da Druck auf die offen Düse und man kann so sehen, ob sie einwandfrei sprüht oder ob sie trielt.

    Wenn das gar nicht anders geht, gibt es auch ein Start Pilot Spray mit dem Du den Genarator wohl auch ans Laufen bekommst. Aber ich denke Du solltest nach der Ursache suchen. GGf. auc mal checken ob die Kompression des Motors noch gut ist.


    Selber habe ich einen kleinen Honda Generator der nur 6, 12 und 24 Volt kann. Bei 24 V liefert der einen Anfangsstrom von etwa 13 A.

    Sowas fibdet man selten gebraucht, der Charm liegt in dem sehr niedrigen Verbrauch und leisem Betrieb. Ist auch gut allein tragbar. Ist aber ein Benziner.


    Alternativ besorgst Du Dir ein großes Ladegerät von der Bundeswehr, dass Du an einen 230 V Generator anschließt.

    Gibts z.B. von der Firma Benning


    https://www.ebay.de/itm/Netzge…b257d9:g:mnkAAOSw-V1cNvLu


    alternativ etwas kleiner


    https://bw-schmitti.de/produkt/bw-ladegeraetstromversorgungsgeraetnetzgeraet-typ-e2415-kopieren/


    findet man auch deutlich billiger im Netz schon so um 50 € sogar im selben Shop.


    Allerdings werden die Kabel mit den Soriau Steckern und der Ausgangsbuchse recht teuer gehandelt. Da muss man eine Quele suchen wenn man es preiswert will.


    Hoffe das holft ein bisschen weiter.


    Gruss, Udo

  • Der 24-V-Stromerzeuger von der Bundeswehr kann laut TDV trotzdem bis -15 °C ohne Hilfsmittel gestartet werden, probiert habe ich das ehrlich gesagt nie ...

    Aber auch da brauchts dann eine extra Kaltstart-Prozedur.


    Schonender wäre es, das Aggregat bei extremer Kälte vorzuwärmen. Mit einem Warmluft erzeuger. Meinen Unimog starte ich bei großer Kälte so: das Fahrgestell wird vorne und seitlich mit einer Plane zugehängt, dann stelle ich ein 30kW-Gasheizgebläse von hinten drunter und lasse es eine Stunde laufen.

    Danach habe ich neben einem relativ geschmeidigen Motorstart auch schon vorgewärmte Getriebe, Achsen etc. was sonst nochmal mindestens 20km Fahrt benötigen würde.


    Für den Kaltstart eines Stromaggregats könnte ich mir eine tragbare Dieselheizung gut vorstellen. Da einen flexiblen Warmluftschlauch dran und den Motor und das Tanksystem des Stromerzeugers damit gründlich anwärmen.


    Grüsse

    Tom

  • Hast Du denn mal nach der Ursache gesucht warum Dein Generator nicht mehr starten mag ? Evtl. ist ds ja nur eine Kleinigkeit ?


    Ansonsten schliesse ich mich Udo an,diese Hatz Aggregate der Bundeswehr sind ( bei guter Pflege) fast unzerstörbar und man bekommt sehr gut Ersatzteile nach !


    Ich hatte eben auch mal bei Ebay reingeklickt,da ist ein fast neuwertiger drin " mit Preisvorschlagsoption"


    https://www.ebay.de/itm/1-9KW-…0688c5:g:43MAAOSwE25e5Nqv


    Dem Typen würde ich mal etwas unter 1K Euro`s bieten,wahrscheinlich wird der bei den momentan sowieso miesen Corona Umsätzen den Deal abnicken.

    Dann hast Du zum " China Preis" was reelles !


    Erfahrungswerte :


    Ich hatte so einen Apparat immer mit als ich noch öfter Fahrzeuge im großen Stil von der VEBEG erworben habe. Die haben ja den

    " Scheinenasen-Anschluss" dran.

    So konnte ich die Fahrzeuge ( Wolf ,MB 508 "Gemüselaster" usw) auch mit tiefentladenen Batterien nach etwa 1h starten !


    Von der Bedienung her sollte man schon noch etwas " Wumms" in den Armen haben,trotz Dekompressionshebel muss man schon recht kräftig kurbeln !

    Ich hatte einmal bei Kälte ( da hat das Ding aber auch 6h auf der Autobahn bei 15° minus auf meinem Anhänger gestanden) Probleme...War aber trotzdem kein Thema - Ich habe dann mit einer Propan-Lötflasche den Zylinderkopf vorsichtig angewärmt --> danach ist der beim ersten Kurbeldreh angesprungen.


    Diese 1,9 KW Versionen gibts als "Silent" mit dem Gehäuse-Schallschutz wie auf den Bildern im Link und ohne.

    Den "ohne" kauf nur falls Du Deine Nachbarn nicht magst - die Kiste ist dann schon sehr nervig !


    Guck doch mal nach was mit Deinem "alten" los ist - notfalls stell hier ein paar Bilder von einem evtl. Schaden ein...Das Schwarmwissen wird Dir schon weiterhelfen ;)

  • Ich hatte eben auch mal bei Ebay reingeklickt,da ist ein fast neuwertiger drin " mit Preisvorschlagsoption"


    https://www.ebay.de/itm/1-9KW-…0688c5:g:43MAAOSwE25e5Nqv

    Das ist allerdings ein stolzer Preis. Ich hab meins (2012) für 520€ + 55€ Frachtkosten gebraucht von einem Händler gekauft.

    In Luxemburg bietet ein Händler grad fünf der Aggregate für nen Stückpreis von 499€ an, allerdings nur zur Abholung. Dafür immerhin mit Abgasschlauch (der kostet sonst auch noch mal 30-40€ extra - gebraucht).


    Allerdings haben die BW-Aggregate einen Nachteil, der eingebaute Tank ist ziemlich klein und dient eigentlich nur als Catchtank, betrieben werden die Aggregate normalerweise über einen externen Kanister. Dafür hat das Aggregat einen speziellen Steckanschluss und eine sog. Pulsatorpumpe verbaut. Sobald das Aggregat läuft, saugt diese Pumpe Diesel aus dem Kanister, natürlich wieder über eine spezielle Absauggarnitur. Der angesaugte Diesel gelangt dann in den kleinen Tank, aus dem sich dann der Motor bedient. Ist insofern praktisch, weil man bei laufendem Aggregat problemlos die Kanister wechseln kann. Aber halt auch BW-typisch overengieneered.


    Mein ideales Stromaggregat müsste mindestens 25l Inhalt in einem fest angebauten Tank haben, so dass man einen vollen 20l-Kanister auch komplett reinkriegt, ohne dass man den Tank wirklich leerfahren muss (mit der Gefahr, dass das Spritsystem Luft zieht und man dann umständlich entlüften muss).

  • Mein ideales Stromaggregat müsste mindestens 25l Inhalt in einem fest angebauten Tank haben

    Wenn man das so wie Thomas nur zu Hause als "Flautenschieber" für die Solaranlage einsetzen will bietet sich z.B. ein alter LKW-Tank o.ä. an.

    Wenn man das Ding dann noch leicht erhöht über dem Aggregat montiert ist der Kraftstoffluss auch gesichert,die Pulsatorpumpe kann man dann umgehen.

  • Nun gut, genauso einen alten 24-V-Stromerzeuger mit Hatz Diesel von eBay habe ich ja. Mir ist schon klar, dass ich dort jederzeit noch einen bekomme. Meine Befürchtung ist nur, dass ich dann zwei Geräte rumstehen habe, die ich im Fall der Fälle nicht zum Laufen bekomme.


    Auch wenn die Dinger als robust gelten, muss man ja sehen, dass die derzeit erhältlichen aus den 80er Jahren sind und von der BW wahrscheinlich nicht ohne Grund ausgemustert wurden. Auch wenn die Betriebsstunden oft lächerlich gering sind, meiner hat auch nur 260 h, werden die offensichtlich durchs Rumstehen nicht besser. Das Internet ist voll von Berichten, wo Leute solche Geräte nicht oder nur mit größter Mühe zum Laufen kriegen, ich bin also nicht allein. Seit den 90er Jahren werden bei der BW Ausführungen mit Elektrostart verwendet, auch das wahrscheinlich nicht ohne Grund. Leider bekommt man diese neueren Geräte mit Elektrostart noch kaum auf eBay - ich wollte kürzlich eins kaufen, aber nachdem auf die Frage ob es denn problemlos läuft und wann es das letzte mal gelaufen ist nur ausweichend geantwortet wurde, habe ich ich es lieber gelassen. Auf eBay wird leider auch viel Schrott verkauft.


    Warum mein Stromerzeuger nicht mehr anspringt, tja, keine Ahnung. Ich kenne mich zwar gut mit Elektrik aus, aber kaum mit Verbrennungsmotoren. Die Kraftstoffpumpe zu zerlegen und zu reinigen, wie es bei dem Fehlerbild oft empfohlen wird, traue ich mir jedenfalls nicht zu. Auch da findet man im Internet Berichte von Leuten, die daran gescheitert sind, das wieder korrekt zusammenzubauen.


    Vor ca. 2 Jahren lief das Gerät noch, das Anwerfen war aber schon immer nur mit größerer Kraftanstrengung möglich. Ich weiß letztlich nicht mal, ob es wirklich defekt ist, oder ob ich nur inzwischen zu schwach :( zum Ankurbeln bin. Ich weiß auch nicht, ob die Dinger immer so schwer anzukriegen sind, oder ob meines von Anfang an nicht richtig funktioniert hat. Ich weiß nur, dass ich irgendwie eine andere Lösung brauche, wenn ich bei bei Netzausfall im Winter Strom haben will.


    Einen alten 230-V-Stromerzeuger von der BW zu kaufen, wird da auch nicht helfen. Da zahle ich das 2-3 fache im Vergleich zur 24-V-Ausführung für ein ebenso uraltes Gerät mit dem gleichen Motor und möglicherweise den gleichen Problemen. Ich bräuchte irgendwie was moderneres, das zuverlässig auf Knopfdruck funktioniert :/.

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  • Warum mein Stromerzeuger nicht mehr anspringt, tja, keine Ahnung. Ich kenne mich zwar gut mit Elektrik aus, aber kaum mit Verbrennungsmotoren. Die Kraftstoffpumpe zu zerlegen und zu reinigen, wie es bei dem Fehlerbild oft empfohlen wird, traue ich mir jedenfalls nicht zu.

    Wenn Du nicht zu weit von mir bist kann ich ja gerne mal einen Blick drauf werfen...Ich wohne im PLZ Bereich 29...

  • Wenn Du nicht zu weit von mir bist kann ich ja gerne mal einen Blick drauf werfen...Ich wohne im PLZ Bereich 29...

    Danke für das Angebot, aber ich wohne leider im PLZ-Bereich 86...


    Das ist auch mein Problem mit den eBay-Angeboten, es war in der letzten Zeit nichts dabei in meiner Nähe. Und so ein altes Gerät zu kaufen ohne es vorher auszuprobieren, das mache ich nicht mehr.

  • Auweia ! Das ist echt nicht um die Ecke !


    Ich hab aber schon oft eine weite Entfernung in Kauf genommen um dann auch wirklich das zu kaufen was mir vorschwebt...Manchmal ist es echt besser;)

  • Hallo Thomas,


    besorg Dir mal eine Service Anleitung für das Gerät. Das ist keine Raketentechnik.


    GGf. ruf mal bei Hatz an und frag was eien Überprüfung bzw. Reparatur der Einspritzpumpe und der Einspritzdüse kostet. Ich denke dass Dir sogar ein guter Bosch Dienst helfen könnte....

    Die beschäftigen sich auch mit KFZ Einspritzpumpen /Einspritzanlagen.

    Wenn Du einen in der Nähe hast der einen Einspritzpumpenprüfstand hat, sollten die das wohl können....

    GGF. auch eine Landmaschinenwerkstatt. Da gab es so Einachser "Traktorchen" mit sehr ähnlicher Technik.


    Gruss, Udo


    PS: "What you see is what you get". Hinfahren und Ausprobieren. Da hilft sonst nix anderes.

    Dann weisst Du was Du bekommst. Das alles mit einem schönen Ausflug verbinden....

  • Hallo Thomas,


    ich habe noch mal über Dein Problem nachgedacht.


    Wie lange hast Du denn den Diesel da schon im Tank "schmoren" ?


    Möglicherweise gibt es da schon "Leben" drin....


    Dieses "Leben" entwickelt sowas wie Schleim, der den Sprit- Filter zusetzt.


    Ich würde mal den Tank untersuchen, die Brühe die drin ist ablaufen lassen, spülen und den Sprit Filter ersetzen, entlüften. Dann probierst Du mal, ob er nicht wieder anspringt, bevor Du da viel Geld ausgibst.

    Bevor Du das nächste Mal den Generator lange abstellst, gibst Du Grotamar oder einen Diesel Stabilisator dazu (Bauhaus, Bootsabteilung). Kauf Diesel von Shell (Ultimate) oder von Aral das ganz teure, da ist kein Bio drin, oder wenig. Damit solltest Du dann auf der sicheren Seite sein.

    Was diese Bio-Kolonien so machen siehst Du ein einem Bild von mir hier:


    Kaufberatung Inverter Stromerzeuger


    Beitrag 6, letztes Bild.


    Gruss, Udo

  • Ich würde mal den Tank untersuchen, die Brühe die drin ist ablaufen lassen, spülen und den Sprit Filter ersetzen, entlüften.

    Das mit dem Entlüften ist so eine Sache, wo ich mich schon gar nicht so wirklich rantraue. Komischerweise sind in der TDV der Filterwechsel und etliche andere Arbeiten an der Kraftstoffanlage beschrieben, die wahrscheinlich (?) anschließend erforderliche Entlüftung aber nicht. Vielleicht gehen die davon aus, dass das ein Mechaniker eh weiß, ich bin aber halt kein Mechaniker.


    Ich selbst habe eh von Anfang an Aral Ultimate verwendet, habe aber nur aufgefüllt ohne den Tank vorher zu entleeren, weil ich eben Bedenken wegen der Entlüftungsgeschichte hatte. War vielleicht ein Fehler, wobei im Tank selbst der Diesel ok aussieht.


    Auch in der Fehlertabelle der TDV taucht das Entlüften der Kraftstoffanlage komischerweise nicht auf. Kraftstoffmangel => Kraftstoff auffüllen und gut? Kann es sein, dass ein manuelles Entlüften bei diesem Motor gar nicht erforderlich ist? Zumindest in einer neueren TDV ist von einem Entlüftungsventil die Rede, kann aber sein dass mein Gerät das nicht hat.


    Naja, wie auch immer, ich schaue mir das ganze schon nochmal genauer an, momentan fehlt mir dazu aber die Zeit, die Lust und die Heizung in der Garage.

    Wenn ich es selbst nicht hinbekomme, versuche ich es in München bei http://www.motoren-lutzenberger.de/, die haben sich wohl auf die alten Hatz-Motoren spezialisiert.


    Unabhängig davon wäre ich nach wie vor an einem guten, neuen 230-V Diesel-Stromerzeuger interessiert, wenn jemand was weiß.


    Ich habe selbst auch noch was gefunden: HYUNDAI DHY6000SE D oder der günstigere und scheinbar baugleiche (?) KOMPAK DK6100SE hätten zumindest mal 'nen Knopf für die Vorheizung. Ob sie sonst was taugen, weiß nicht natürlich nicht, Motoren sind halt aus China, aber das sind sie ja meistens heute.

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  • Hallo Thomas,


    est mal, da gibt es so einen Dekompressionshebel. Funktioniert der und hat der Motor Kompression, wenn Du ihn andrehen willst ?


    Wenn Du mit dem Generator in eine Werkstatt kannst, ist das wahrscheinlich die schnellste Reparaturmethode.


    Ansonsten würde ich Dir aber raten, die Eigenheiten des Generators selbst zu verstehen, am besten dabei bleiben, wenn die in der Werkstatt das reparieren und denen ein Loch in den Bauch fragen, was die da machen und warum. In einem wirklichen Notfall musst Du das selbst können.


    Es gibt hier im Forum einige Leute, die so einen Genarator haben (u.a. Tom, s.o. ), die sicher wissen, wie die Entlüftung richtig gemacht werden muss.


    Probier zuerst mal die Verschraubung der Hochdruckleitung der Einspritzdüse ein bisschenn zu lösen und dreh den Motor an und schaue, ob da Diesel raus läuft und zwar mit Druck. Das kommt so wie ein Gartenschlauch der vom Wasserhahn abgeht nur in Kleiner....

    Da ist viel Druck drauf, binde da einen Lappen drum und setze eine Schutzbrille auf.


    Wenn da nix kommt, gehts es weiter.


    Wenn Du da gar nichts findest an spezifischer Information , besorg Dir einen 2. Tankdeckel in den Du ein Reifenventil (luftdicht) reinschraubst - solche für Alu-Felgen z.B. mit Verschraubung (am besten das Entlüftungsloch im Deckel dazu aufbohren).


    Dann gibst Du mit einer (Auto oder Mountaunbike) Fuß- oder Hand-Luftpumpe ganz vorsichtig Druck auf den Tank (sehr wenig reicht da, ich denke 0,1 bis 0,2 Bar sollten reichen um das Diesel durch den Filter zu drücken) und machst die Entlüftungsschraube dabei auf.


    Dort an der Entlüftungsschraube schliesst Du einen passenden durchsichtigen Schlauch an, und lässt das Diesel raus laufen, bis keine Luftbläschen mehr sichtbar sind.


    Wenn das funktioniert, mach die Entlüftungsschraube wieder zu, den richtigen Tankdeckel mit Entlüftungsloch wieder drauf, und probier, ob der Generator anläuft.


    Ggf. kannst Du, wenn er nicht anläuft , auch die Einspritzdüse ausbauen, in einen durchsichtigen Behälter hängen und beim Andrehen des Generators von Hand, schauen, ob da übehaupt was kommt, und ob das schön zerstäubt (so in etwa wie aus einer Haarspraydose), oder ob das nur "trielt" und tröpfelt. Wenn das nur trielt, geh zu einem Bosch Dienst, die können die Düse wahrscheinlich noch zerlegen und in Ordnung bringen. Dazu können die den Offnungsdruck einstellen.

    Keinesfalls die Finger in den Sprühnebel halten. Da ist so viel Druck drauf, das geht durch die Haut !


    Im Diesel gibt es oft auch Wasser-Anteile und möglicherweise gibt es in der Düse auch Korrosion, die die Düse zusetzt / verstopft.


    Dann würde ich die EInspritzdüse vom Flansch der Leitung abbauen den Generator nochmals von Hand andrehen und schauen, ob aus dieser Hochdruck-Leitung von der Einspritzpumpe zur Düse Diesel kommt. Wenn da Diesel kommt, kannst Du versuchen die Leitung mit dem Daunen zu zu halten (eine 2. Person andrehen lassen) und schauen, ob der Diesel noch rauskommt gegen den Drück von Deinem Daumen.


    Dann weisst Du das die Einspritzpumpe elementar überhaupt Druck liefert. Real sind das wohl irgendwo im Bereich von "sehr viel" Druck, wohl deutlich über 50 bar.


    Dabei unbedingt Schutzbrille verwenden !


    Ganz wichtig ist es richtiges Werkzeug dazu zu haben das auch passt, damit Du nichts "vermurkst". Die Einspritzdüse wird wohl recht fest sitzen.

    Zwischen Einspritzdüse und Zylinderkopf gibt es wahrscheinlich eine (Kupfer-) Dichtung, die Du möglichst ersetzen solltest beim Zusammenbau.


    Traust Du Dir das zu ?


    Ob die Motorenfirma in München die Richtige ist, weis sich nicht, ich würde eher mal im Dorf oder einer kleinen Nachbarstadt einen (älteren) Landmaschinenmechaniker suchen, der sowas schon mal an 1-Achs Traktoren gemacht hat. Da steckten nämlich auch Hatz Motoren oder sehr ähnliche drin. Ev. mal eine Bauern in der Nachbarschaft fragen, der noch sowas hat, wer sowas noch repariert.

    Zu so einem Laden eine gute Beziehung aufzubauen ist Gold wert, wenn Du das nicht selber kannst, oder machen willst.


    Wahrscheinlich wirst Du da wohl noch öfter Rat und Tat brauchen.


    Auch an neuen Genaratoren wird irgendwann sowas wohl auch kommen.


    Gruss, Udo

  • da gibt es so einen Dekompressionshebel. Funktioniert der und hat der Motor Kompression, wenn Du ihn andrehen willst ?

    Der Dekompressionshebel hat drei Stellungen:


    0 = Betriebsstellung mit Kompression

    1 = keine Kompression

    2 = Dekompressionsautomatik


    In Stellung 1 kann ich den Motor durchdrehen.


    In Stellung 0 ist die Kompression so stark, dass ich den Motor nicht mehr durchdrehen kann, da würde ich eher den Stromerzeuger umwerfen oder die Kurbel verbiegen.


    Andrehen geht nur über die Dekompressionsautomatik, man hat dann ein paar Umdrehungen Zeit den Motor auf die benötigte Drehzahl zu bringen, damit er beim Einsetzen der Kompression startet. Ein Weiterdrehen nach Einsetzen der Kompression ist nicht mehr möglich, wenn der Motor nicht startet, muss man von vorne beginnen.


    In wie weit dieses Verhalten so in Ordnung ist, weiß ich nicht. Nach allem, was ich bisher gelesen haben, würde ich meinen ja.


    Zum Entlüften müsste ich den Dekompressionshebel demzufolge auf Stellung 1 bringen, anders kann ich den Motor ja nicht durchdrehen. Ich hoffe mal, dass in dieser Stellung die Kraftstoffpumpe auch betrieben wird?


    Ansonsten vielen Dank für deine ausführliche Beschreibung des Entlüftungsvorgangs, da stehen schon einige Details drin, die ich bisher nicht wusste. Problem ist halt, dass ich die beschriebenen Verschraubungen usw. an meinem Motor erst mal richtig zuordnen muss, aber ich hoffe mal, ich bekomme das irgendwie hin.

    Einmal editiert, zuletzt von Thomas ()

  • In Stellung 0 ist die Kompression so stark, dass ich den Motor nicht mehr durchdrehen kann, da würde ich eher den Stromerzeuger umwerfen oder die Kurbel verbiegen.

    Das ist doch schon ein gutes Zeichen !

    Bei so "strammer" Kompression würde ich einen ernsten mechanischen Schaden durch Verschleiss ausschliessen.


    Bevor Du ans "Eingemachte" gehst - so wie Udo das beschrieben hat- kannst Du vorher noch als einfache Prüfung gucken ob der Motor genug Verbrennungluft bekommt. Soll heissen den Luftfilter prüfen und auch mal den Ansaugschlauch der zum Zylinderkopf geht nachsehen ob das was den Lufteinlass beeinträchtigt.

    Um ganz sicher zu gehen kannst auch einen Startversuch machen ohne das der Ansaugschlauch am Kopf montiert ist.

    ( Auf dem Bild ist der Flansch gut zu sehen den Du mit 2 stck 13mm Schlüsselweite Muttern lösen musst )


    Dann hast Du schon 2 von 3 Ursachen warum so ein " Einfach-Diesel" nicht läuft abgehakt !


    Formel : "Kompression,Verbrennungsluft plus Diesel = Muss laufen"

    Dateien

    • HAtz 1.jpg

      (78,34 kB, 6 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
  • Zum Entlüften müsste ich den Dekompressionshebel demzufolge auf Stellung 1 bringen, anders kann ich den Motor ja nicht durchdrehen. Ich hoffe mal, dass in dieser Stellung die Kraftstoffpumpe auch betrieben wird?

    Genau so musst Du das machen,wenn der Motor dreht wird auch die Einspritzpumpe auf mechanischem Weg mit angetrieben - soll heissen auch Kraftstoff fördern.


    Um zu sehen ob Diesel an der Einspritzdüse ankommt drehst Du an der Düsenleitung ( rot markiert ) die Schlüsselweite 17 Muttern einige Umdrehungen auf - so kannst Du sehen ob die ESP fördert !

    Dateien

    • Hatz2.jpg

      (177,14 kB, 8 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
  • s-l1600.jpg


    Auf dem Bild oben siehst Du den Universal Filter, der im Diesel Zulauf Textil -Schlauch (ziemlich unten Miltte-Links) eingebaut ist. (-> das ist das Plastikteil mit gelbem Filtereinsatz). Da oben drüber, siehst Du die Diesel- Rücklaufleitung (grau, auch mit Textil "umwoben"die von der (offenbar) kombinierten Dieselpumpe / EInspritzpumpe kommt).

    Das ist wohl eine Pumpe, die im Kreislauf pumpt und die angeflanschte Einspritzpumpe holt sich nur so viel Diesel für die EInspritzpumpe, wie sie gerade braucht.

    An der oberen Leitung ist ausserdem eine 3 Wege Verzweigung dran. Dort kommt noch eine Leitung dazu, die von der EInspritzdüse kommt. Das ist die Leckölleitung der Einspritzdüse.

    Zwischen den beiden Textil- umwobenen Leitungen, an der EInspritzpumpe, siehst Du eine Metatlleitung mit einer Überwurfmutter, die an die Einspritzdüse geht. Das ist die Hochdruckleitung, die von der EInspritzpumpe an die Einspritzdüse geht und den Diesel mit viel Druck hin liefert.

    Wenn Du diese Überwurfmutter löst an der Einspritzpumpe löst, kannst Du den ersten Versuch machen den ich oben beschrieben hatte. Mutter leicht öffnen und Motor andrehen, schauen, ob da Sprit kommt. Dann brauchst Du das nicht an der ev. schwerer zugänglichen Stelle (?) an der EInspritzdüse machen. (Andreas hat das im Bild oben schön rot eingekreist)


    Ach ja, auf dem Bild von Andreas oben sieht man einen dickem Gummischlauch, der mit einem "Textil Pullover" eingewickelt ist. So wie der aussieht, könnte der eventuell Asbest Fasern enthalten. Lass den möglichst heil und rühr den nicht ohne Not an.

    Asbest Fasern sind nicht so ganz gesund....


    Gruss, Udo